Digitale Medien auf dem Vormarsch
10. Dezember 2009 | Von Kristina Röhrs
Medienzentrum im Wandel:
Leiter Harald Restorff setzt
auf das Pilotprojekt "DiMez":
Medien werden nicht mehr über
den Tresen
ausgeliehen, sondern
von
der Festplatte abgerufen.
Foto: Medienzentrum
Der Erhalt des Medienzentrums ist bis Ende 2012 gesichert. Das hatte der Kreistag im Dezember 2007 zugesagt. Auch für die Zeit danach gibt es Perspektiven, wie Leiter Harald Restorff in einem Situationsbericht im Sport-, Schul- und Kulturausschuss hervorhob.
Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf einem Pilotprojekt, dem "Digitalen Medienzentrum" (DiMez). "Wenn das Projekt positiv verläuft, wird das Medienzentrum weiterbestehen, aber in einer anderen Form", erklärt Restorff. Statt Medien über den Tresen auszuleihen, wäre die Einrichtung dann Lizenzverwalter: Mit DiMez können die Schulen über Medien, für die das Medienzentrum die Online-Lizenzen erwerben würde, direkt in der Schule verfügen. Arbeitsmaterialien, Links, Filme - alles gibt es dann von der Festplatte.
Angedacht ist, das Pilotprojekt mit jeder Schulart durchzuführen. Gespräche mit Regional- und Gemeinschaftsschulen laufen bereits. Gymnasien und Grundschulen werden noch gesucht. "Die können sich beim Medienzentrum noch bewerben", so Restorff. Insgesamt drei Schulen sollen im Februar oder März 2010 mit der entsprechenden Hardware für je 2500 Euro ausgestattet werden. Die Software ist auf jede Schulart abgestimmt. "Wir können die Software über Medienanbieter über sehr günstige Konditionen bekommen", sagt Restorff. "Und für die Pilotphase haben sich schon verschiedene Firmen bereit erklärt, auf ihre Gebühren für Online-Lizenzen zu verzichten."
Die Schulen würden dadurch nicht zusätzlich belastet. Seit Jahren ermöglichen die Schulen im Kreisgebiet mit der Zahlung der Jahrespauschale für das Medienzentrum, dass der Medienbestand der Einrichtung jedes Jahr auf den aktuellen Stand gebracht werden kann. "Für die Schulen ist das nicht teurer als der Beitrag, den sie aktuell für das Medienzentrum zahlen. Nur für die ganz kleinen Schulen könnte es teurer werden", betont Restorff. Auch der Kreishaushalt soll nicht belastet werden. Geplant ist, die technische Ausstattung in den Testschulen über Sponsoren einzuwerben.
Wenn das Projekt gut läuft, könnte DiMez die Zukunft des Medienzentrums sein. "Wir müssen sehen, wie die Entwicklung ist und ob das Online-Medienangebot des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH) unserer Angebot überflüssig macht." Im Moment könne das IQSH allerdings nur als Ergänzung gesehen werden. "Ein gut ausgestattetes Medienzentrum kann es aber nicht ersetzen."
Im Land sind Medienzentren oftmals an andere Bildungseinrichtungen angegliedert. Damit ist die Versorgung mit didaktischen Medien für Schulen, Vereine und Verbände langfristig gesichert. In Neumünster und dem Kreis Pinneberg kooperiert man beispielsweise mit der Bücherei, im Kreis Schleswig-Flensburg mit dem Berufsbildungszentrum. Die Suche nach Kooperationspartnern hat sich bisher im Kreis Steinburg schwierig gestaltet. Die Stadtbücherei und die Volkshochschule haben weder die räumliche noch die personellen Kapazitäten um das Medienzentrum zu übernehmen. Auch der Landesfilmdienst könne sich engagieren, um die Medienversorgung aufrecht zu erhalten.
Voraussichtlich im Frühjahr 2011 könne entschieden werden, ob die Schulen den neuen Weg des Medienzentrums gehen wollen und welche Anforderungen in Zukunft an das Medienzentrum gestellt werden. Erst danach solle nach einem möglichen Kooperationspartner gesucht oder aber die Trägerschaft durch einen Verein geprüft werden. "Es ist auch nicht auszuschließen, dass sich das Modell auf Landesebene etablieren wird", erklärt Restorff.
|